KESSELHAUS

VORSCHAU

Olympia
David Claerbout
11. September 2016 – 28. Mai 2017
Eröffnung: Samstag, 10. September 2016, 18 Uhr

 

David Claerbout entwickelt für das imposante 20 Meter hohe Kesselhaus im KINDL – Zentrum für zeitgenössische Kunst die Arbeit Olympia. Damit setzt er die Ausstellungsreihe fort, die mit Roman Signers Kitfox Experimental begonnen hat: Einmal im Jahr lädt das KINDL eine Künstlerin oder einen Künstler ein, im Kesselhaus eine einzige ortsspezifische Intervention zu realisieren. 

Der 1969 geborene belgische Künstler David Claerbout schafft Videoarbeiten von suggestiver Langsamkeit. Das Fließen der Zeit wird in seinen präzise komponierten Werken auf beinahe körperliche Weise spürbar. Als Material dienen ihm dabei oft historische Fotografien, eigenes Filmmaterial, rekonstruierte oder computergenerierte Bilder, die er klug miteinander verwebt und die so zur Reflexion über Zeit und Wahrnehmung werden.

Am 22. Oktober 2016 eröffnet das KINDL – Zentrum für zeitgenössische Kunst das gesamte ehemalige Brauerei-Gebäude mit dem Café König Otto im Sudhaus und den folgenden Ausstellungen im Maschinenhaus:

MASCHINENHAUS M0
How Long Is Now?
Philip Akkerman, Anetta Mona Chişa & Lucia Tkáčová, Ceal Floyer, Jeppe Hein, Uriel Orlow, Manfred Pernice, u. a.
23. Oktober 2016 - 19. Februar 2017
Eröffnung: Samstag, 22. Oktober 2016, 18 Uhr

MASCHINENHAUS M1 + M2
Inhalt
Eberhard Havekost
23. Oktober 2016 - 19. Februar 2017
Eröffnung: Samstag, 22. Oktober 2016, 18 Uhr


RÜCKBLICK

Kitfox Experimental (ortsspezifische Installation)
Roman Signer
14. September 2014 - 28. Juni 2015

Kitfox Experimental ist der Titel der von Roman Signer spezifisch für das gewaltige, würfelförmige Kesselhaus konzipierten Arbeit. „Kitfox Experimental“ bezeichnet einen bestimmten Flugzeugtyp, der vom Künstler für seine Installation verwendet wurde. In der zur Eröffnung vorliegenden Begleitpublikation beschreibt Roman Signer seine Arbeit ganz knapp: „Etwa vier Meter über dem Boden hängt ein Flugzeug mit der Nase nach unten. Ein Sportflugzeug. Dann hat es an den Wänden starke Ventilatoren, die das Flugzeug in Bewegung versetzen, denn es hängt an einem Gelenk, das sich sehr leicht drehen lässt. Der Wind soll dieses Flugzeug also in eine Drehung versetzen, so, als ob es in einem Sturzflug drehend nach unten stürzen würde.“ Die konkrete, physische Erfahrung wird für Roman Signer zur unabdingbaren Komponente seiner Arbeit. Die charakteristische Geräuschkulisse der beiden Ventilatoren und das sich unablässig drehende Flugzeug entwickeln einen räumlichen Sog, dem man sich nicht entziehen kann – gleichzeitig meditativ und beklemmend, überwältigend und bedrohlich.

Roman Signer geht von einem Skulpturbegriff aus, der den Prozess und die Veränderung einschließt. Sein äußerst vielschichtiges Werk dreht sich immer wieder um den Zeitbegriff, um die Transformation von Materialien und die Visualisierung von Naturkräften. Signers künstlerisches Schaffen sprengt den traditionellen Skulpturbegriff und viele seiner Arbeiten thematisieren existenzielle Fragestellungen ohne jegliches Pathos.

Roman Signer, geboren 1938 in Appenzell, lebt in St. Gallen. Seine Arbeiten wurden in zahlreichen internationalen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt. Mehr Informationen zu Roman Signer.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog in Kooperation mit dem Kunstmuseum St. Gallen im Verlag der Buchhandlung Walther König. Die Publikation ist als eigentliches Lesebuch angelegt und versammelt erstmals Texte aus verschiedenen Zeiten von mehreren Autoren zu ganz unterschiedlichen Themenfeldern in Signers Schaffen. Roman Signer, hrsg. von Konrad Bitterli & Andreas Fiedler. St. Gallen/Berlin 2014. Beitr. von Konrad Bitterli, Andreas Fiedler, Alois Hengartner, Gerhard Mack, Roland Wäspe, Max Wechsler, Harald Welzer, Rachel Withers & Nadia Veronese. Köln 2014. Text in dt. & engl. Sprache. ISBN 978-3-86335-632-3

 


 

KINDL – Zentrum für zeitgenössische Kunst
Am Sudhaus 2, 12053 Berlin