MASCHINENHAUS M0

Asta Gröting
Berlin Fassaden
10. September  – 3. Dezember 2017

Das KINDL – Zentrum für zeitgenössische Kunst zeigt die neue Werkreihe Berlin Fassaden der Bildhauerin Asta Gröting. Ausgangspunkt für diese Arbeiten sind Fassaden, die in Form von Einschusslöchern noch Spuren des Zweiten Weltkrieges in sich tragen. Asta Gröting erfasst die versehrten Mauern bildhauerisch, indem sie von ihnen Silikonabformungen anfertigt. Diese funktionieren wie Langzeitbelichtungen, die die Geschichte vom Moment der Einschüsse bis zum jetzigen Zeitpunkt abbilden. Staub, Dreck und auch Graffitis werden von der Trägermasse angenommen und lassen die zum Teil monumentalen Negativabdrücke fast wie bemalt wirken. 

Aus der schweren Silikonhaut treten die Einschusslöcher wie Narben der Geschichte hervor. Das Silikon rekon-struiert Verletzungen als architektonische Spuren und überträgt sie in abstrakte Bilder. „Ich will aus diesen zerstörten Mauern und Fassaden in die Welt hinausschauen, als könnte ich mir selbst ins Gesicht sehen“, so Asta Gröting. Diese Arbeiten schaffen ein Bewusstsein dafür, dass wir in den Ruinen der Geschichte leben. Einschusslöcher funktionieren wie Erinnerungsträger und als Verbindung zu einer individuellen und kollektiven Geschichte, die nie zugespachtelt werden kann.

Die Werkgruppe Berlin Fassaden wird im KINDL zum ersten Mal umfassend gezeigt.

Die Ausstellung wird kuratiert von Andreas Fiedler.
Zur Ausstellung erscheint eine Publikation bei Sternberg Press.


 

KINDL – Zentrum für zeitgenössische Kunst
Am Sudhaus 3, 12053 Berlin