ZUKÜNFTIGE AUSSTELLUNGEN

 

MASCHINENHAUS M0
Asta Gröting
Berlin Fassaden
10. September  - 3. Dezember 2017
Eröffnung:  9. September 2017, 17-21 Uhr

Das KINDL – Zentrum für zeitgenössische Kunst zeigt im September die neue Werkreihe Berlin Fassaden der Bildhauerin Asta Gröting. Ausgangspunkt für die Skulpturen der Berlin Fassaden sind Geschichten, die den Mauern Berliner Gebäude eingeschrieben sind – Fassaden, die in Form von Einschusslöchern noch Spuren des Krieges in sich tragen. Asta Gröting erfasst die versehrten Mauern bildhauerisch, indem sie von ihnen Silikonabformungen anfertigt. Sie funktionieren wie Langzeitbelichtungen, die die Geschichte vom Moment der Einschüsse bis zum jetzigen Zeitpunkt abbilden. Staub, Dreck und auch Graffitis werden von der Trägermasse angenommen und lassen die zum Teil monumentalen Negativabdrücke fast wie bemalt wirken.

Die menschliche Haut dient dazu, den Körper zu schützen. Aus der schweren Silikonhaut der Mauern und Fassaden treten die Einschusslöcher wie Narben der Geschichte hervor. Das Silikon rekonstruiert Verletzungen als architektonische Spuren und überträgt sie in abstrakte Bilder. „Ich will aus diesen zerstörten Mauern und Fassaden in die Welt hinausschauen, als könnte ich mir selbst ins Gesicht sehen“, so Asta Gröting.
Wer eine versteinerte Miene, ein „Gesicht aus Stein“ hat, gibt von seinem Inneren nichts preis. Wenn Fassaden bröckeln, werden verborgene Geschichten freigelegt. „Meine Augen starren in Einschusslöcher von Gewehren und Kanonen und die Löcher starren zurück, direkt in die Löcher meiner eigenen Seele. Trauma und Zeit bekommen mit dieser geisterhaften Silikonhaut Gestalt und Dauer – eine kühne konzeptuelle Arbeit, die Gröting da geschaffen hat.“, schreibt Deborah Levy über Berlin Fassaden in der begleitenden Publikation.

Asta Gröting (*1961) ist Professorin an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig. Ihre Arbeiten wurden in Einzelausstellungen unter anderem im Kunstraum Dornbirn, dem Neuen Berliner Kunstverein, dem LENTOS Kunstmuseum Linz und dem Henry Moore Sculpture Institute gezeigt. Außerdem nahm sie an wichtigen Gruppenausstellungen teil, darunter im Maas Museum in Sydney, dem Deutschen Hygiene-Museum Dresden, dem Hartware MedienKunstVerein in Dortmund und der 22. Bienal de São Paulo.
Sie lebt und arbeitet in Berlin.

Die Werkgruppe Berlin Fassaden wird im KINDL zum ersten Mal umfassend gezeigt.
Die Ausstellung wird kuratiert von Andreas Fiedler.
Zur Ausstellung erscheint eine Publikation bei Sternberg Press.

 

KESSELHAUS
Haegue Yang

10. September 2017 - 13. Mai 2018
Eröffnung: 9. September 2017, 17-21 Uhr

Das KINDL – Zentrum für zeitgenössische Kunst lädt in jedem Jahr eine Künstlerin oder einen Künstler ein, das imposante, zwanzig Meter hohe Kesselhaus mit einer einzigen Arbeit zu bespielen. In diesem Jahr realisiert die in Berlin und Seoul lebende Künstlerin Haegue Yang mit einer raumgreifenden Arbeit ihre erste institutionelle Präsentation in Berlin.

Als Bildhauerin ist Yang bekannt für ihre Materialvielfalt und abwechslungsreiche Arbeitsmethoden. Die von ihr verwendeten Materialien reichen von industriellen Serienprodukten bis hin zu organischen und immateriellen Stoffen wie Gerüchen oder Geräuschen. Ihre Arbeitsmethode ist sowohl konzeptuell als auch handwerklich arbeitsintensiv. Im KINDL setzt sie ihr am meisten bekanntes Material ein: handelsübliche Jalousien, die mittlerweile als ihre Handschrift gelten.

Erinnerungen an die aggressive industrielle Entwicklung in der Republik Korea in den 1970er und 80er Jahren beeinflussen ihr Werk bis heute, was sich auch in ihrer Arbeit Approaching: Choreography Engineered in Never-Past Tense, die sie 2012 bei der dOCUMENTA (13) in Kassel zeigte, beobachten lässt. Während für viele westliche Länder die industrielle Revolution eine zwar prägende, aber längst vergangene Erfahrung des 18. und 19. Jahrhunderts darstellt, verläuft sie heute in anderen Teilen der Welt parallel zur rasanten digitalen Entwicklung. Der kollektiv erfahrene Wandel aller Lebensbereiche, den diese grundlegenden Veränderungen mit sich bringen, ist für Haegue Yang einer der Ausgangspunkte ihrer Arbeit. 
Das Kesselhaus des KINDL versteht die Künstlerin als typisch postindustriellen Ort, der nur noch ein Relikt seiner ursprünglichen industriellen Ära ist und nun kulturell umgenutzt wird. Yang hat bereits in verschiedenen solcher Räumlichkeiten, die für die Metropolen unserer Zeit typisch sind, ausgestellt – wie zum Beispiel einem ehemaligen Güterbahnhof in Kassel oder in „The Tanks“ in der Tate Modern in London.

Haegue Yang (* 1971 in Seoul) lebt und arbeitet in Seoul und seit 2005 auch in Berlin. Ihre Arbeiten werden international ausgestellt, in Deutschland zuletzt in der Hamburger Kunsthalle (2016), dem Haus der Kunst in München (2012) und dem Portikus in Frankfurt am Main (2008). Sie wurde unlängst als Professorin an die Städelschule in Frankfurt am Main berufen.


MASCHINENHAUS M1 + M2
Ruinen der Gegenwart
Dorothee Albrecht, Morehshin Allahyari, Francis Alÿs, Katya Gardea Browne, Clemens Botho Goldbach, Arata Isozaki,
Gordon Matta-Clark, Ryuji Miyamoto, Marike Schuurman, Manit Sriwanichpoom
22. Oktober 2017 - 11. Februar 2018
Eröffnung: 21. Oktober 2017
Eine Kooperation zwischen KINDL - Zentrum für zeitgenössische Kunst und KAI 10 | Arthena Foundation, Düsseldorf.


 

KINDL – Zentrum für zeitgenössische Kunst
Am Sudhaus 3, 12053 Berlin