KINDL – Zentrum für zeitgenössische Kunst

In den außergewöhnlichen Räumen der ehemaligen Kindl-Brauerei in Berlin-Neukölln befindet sich heute das KINDL – Zentrum für zeitgenössische Kunst. Seit Oktober 2016 zeigt das KINDL auf drei Ausstellungsetagen im Maschinenhaus und im spektakulären, rund 20 Meter hohen Kesselhaus internationale Gegenwartskunst. Mit der vom Künstler Roman Signer eigens für diesen ungewöhnlichen Raum entwickelten Installation Kitfox Experimental, einem kopfüber mitten im Raum hängenden Flugzeug, konnte das Kesselhaus bereits im Herbst 2014 als erster Teil des Gebäudes eröffnet werden.

Entstehung
Im Herbst 2011 erwarb das deutsch-schweizerische Ehepaar Burkhard Varnholt und Salome Grisard das Gebäude-Ensemble der ehemaligen Kindl-Brauerei mit dem Ziel, eine kulturelle Nutzung zu ermöglichen. Der denkmalgeschützte Klinkerbau wurde zwischen 1926 und 1930 in Anlehnung an den deutschen Expressionismus in rotem Backstein errichtet. Es umfasst neben einem siebengeschossigen Turm das 20 Meter hohe Kesselhaus, ein mit sechs kupfernen Pfannen ausgestattetes Sudhaus und ein dreigeschossiges Maschinenhaus. Für die aufwändige Sanierung des Gebäudes zeichnete das Architekturbüro Dr. Krekeler & Partner verantwortlich. Entwurf und Konzept des Umbaus stammen von grisard'architektur, Zürich. Die Sanierung beinhaltete neben einem neuen Sheddach auf dem Maschinenhaus auch die Neuerschließung der Ostfassade, die als Eingangsbereich fungiert. Als gleichermaßen historisch-sensible wie architektonisch vorausweisende Setzung entstand hier eine neue Situation mit Foyer und Außentreppe.

Idee
Das Ensemble aus Kesselhaus, Sudhaus und Maschinenhaus bezeugt bis heute seine ursprüngliche Funktion im Brauereibetrieb. Die so charakterisierten Räume und Gebäudeteile legen verschiedene Nutzungen nahe. So erwartet die Besucherinnen und Besucher stets ein Zusammenspiel dreier unterschiedlicher Ausstellungsformate: Im Kesselhaus ist einmal pro Jahr eine internationale Künstlerin oder ein Künstler eingeladen, eine einzige Arbeit für diesen besonderen Ort zu realisieren. Das ehemalige Maschinenhaus bietet auf drei Etagen Raum für je eine monografische und eine thematische Ausstellung internationaler Gegenwartskunst. Als künstlerischer Direktor leitet der Schweizer Kurator und Kunstkritiker Andreas Fiedler das Haus.

Das Sudhaus mit seinen sechs riesigen Kupferkesseln – den einst größten Sudpfannen Europas – ist seit der Eröffnung ebenfalls wieder der Öffentlichkeit zugänglich: Im einstigen „Palast Berliner Bierkultur“ lädt das Café König Otto zum Verweilen ein, auf dem Vorplatz der Brauerei entstand unter Platanen ein leicht abgesenkter Biergarten. Die eindrucksvollen Räume des KINDL können zudem für Veranstaltungen verschiedenster Art genutzt werden.Das KINDL – Zentrum für zeitgenössische Kunst arbeitet gemeinnützig. Sämtliche Einnahmen fließen direkt in den Ausstellungsbetrieb zurück.


 

KINDL – Zentrum für zeitgenössische Kunst
Am Sudhaus 3, 12053 Berlin