KINDL – Zentrum für zeitgenössische Kunst

In den außergewöhnlichen Räumen der ehemaligen Kindl-Brauerei in Berlin-Neukölln entsteht das KINDL – Zentrum für zeitgenössische Kunst. Die privat finanzierte Institution wird neben wechselnden Ausstellungen internationaler Gegenwartskunst auch Veranstaltungen und Gastronomie Raum bieten. Das KINDL will mit seinem Programm Themen gleichermaßen setzen wie aufgreifen, am internationalen Kunstdiskurs teilhaben und die vielfältige Neuköllner Nachbarschaft weiter beleben. Im September 2014 konnte mit dem Kesselhaus der erste Gebäudeteil des insgesamt 5500 qm umfassenden Komplexes erfolgreich eröffnet werden. Schritt für Schritt werden nun auch die weiteren Teile des Gebäudeensembles saniert. Der Entwurf und das Konzept des Umbaus stammen von grisard'architektur, Zürich. Für die Umsetzung zeichnet seit November 2014 das Architekturbüro Dr. Krekeler & Partner verantwortlich. Im Zuge der Bestandsaufnahme der bisherigen Arbeiten wurde deutlich, dass sich der Aus- und Umbau des denkmalgeschützten Gebäudes weitaus aufwändiger gestaltet, als bisher angenommen. Der neue Zeitplan der Architekten sieht vor, das Maschinenhaus mit seinen drei Ausstellungsetagen und der neu erschlossenen Ostfassade zum Herbst 2016 fertig zu stellen. Gleichzeitig soll auch das Sudhaus mit dem zukünftigen Café seinen Betrieb aufnehmen. 

Im Jahr 2011 erwarb das deutsch-schweizerische Ehepaar Burkhard Varnholt und Salome Grisard das Gebäude-Ensemble der ehemaligen Kindl-Brauerei mit dem Ziel, es für die zeitgenössische Kulturproduktion nutzbar zu machen. Der denkmalgeschützte Klinkerbau wurde zwischen 1926 und 1930 in Anlehnung an den deutschen Expressionismus in rotem Backstein errichtet. Es umfasst neben einem sieben-geschossigen Turm ein 20 Meter hohes Kesselhaus, ein drei-geschossiges Maschinenhaus und ein mit sechs kupfernen Pfannen ausgestattetes Sudhaus. Seit Herbst 2012 ist mit der aufwändigen Sanierung des Gebäudes begonnen worden. Diese beinhaltet auch die Neuerschließung der Ostfassade, die als zukünftiger Eingangsbereich fungieren wird. Als gleichermaßen historisch-sensible wie architektonisch vorausweisende Setzung entsteht hier eine neue Situation mit Foyer, Außentreppe und Sheddach.

Das Ensemble aus Maschinenhaus, Kesselhaus und Sudhaus bezeugt bis heute seine ursprüngliche Funktion im Brauereibetrieb. Die dadurch deutlich charakterisierten Räume und Gebäudeteile legen unterschiedliche Nutzungen nahe: Auf drei Etagen bietet das ehemalige Maschinenhaus Raum für monografische und thematische Ausstellungen internationaler Gegenwartskunst. Außerdem entstehen hier Flächen für kulturelle Veranstaltungen verschiedener Art. Im spektakulären, rund 20 Meter hohen Kesselhaus sind wechselnde künstlerische Interventionen und ortsspezifische Auseinandersetzungen zu sehen. Das Sudhaus mit seinen sechs riesigen Kupferkesseln – den einst größten Sudpfannen Europas – wird endlich wieder der Neuköllner Öffentlichkeit zugänglich gemacht: Im einstigen „Palast Berliner Bierkultur“ wird ein Café zum Verweilen einladen, auf dem Vorplatz der Brauerei entsteht unter Platanen ein abgesenkter Biergarten. 

Die künstlerische Leitung von KINDL – Zentrum für zeitgenössische Kunst hat der Schweizer Kurator und Kunstkritiker Andreas Fiedler übernommen. Nach seinem Studium der Kunstgeschichte, Philosophie und Pädagogischen Psychologie hat Fiedler zahlreiche Ausstellungen und Projekte als freier Kurator verantwortet, bspw. im Helmhaus Zürich, im Kunstmuseum Solothurn oder im Kunstmuseum Luzern. Dabei hat er mit Künstlern wie Darren Almond, Svenja Deininger, Alfredo Jaar und Shirana Shahbazi eng zusammengearbeitet. Neben seiner Tätigkeit als Autor und Herausgeber zahlreicher Publikationen war Fiedler Lehrbeauftragter am Institut für Kunstgeschichte der Universität Bern. Einen weiteren Schwerpunkt seiner Arbeit bildet die Kunst im öffentlichen Raum.  

Am 13. September 2014 eröffnete das KINDL - Zentrum für zeitgenössische Kunst mit dem Kesselhaus seinen ersten Ausstellungsraum. 

Das KINDL – Zentrum für zeitgenössische Kunst eröffnete am 22. Oktober 2016 das gesamte ehemalige Brauerei-Gebäude mit drei Ausstellungsetagen im Maschinenhaus. Damit kann nun nach umfangreicher Sanierung der regelmäßige Ausstellungsbetrieb im kompletten Gebäude aufgenommen werden.


 

KINDL – Zentrum für zeitgenössische Kunst
Am Sudhaus 3, 12053 Berlin