KESSELHAUS

Haegue Yang
Silo of Silence – Clicked Core
10. September 2017 – 13. Mai 2018
Eröffnung: 9. September 2017, 17 – 21 Uhr

Haegue Yang, Silo of Silence – Clicked Core, Installationsansicht KINDL – Zentrum für Zeitgenössische Kunst, Berlin 2017, Courtesy die Künstlerin, Foto. Jens Ziehe

Haegue Yang, Silo of Silence – Clicked Core, Installationsansicht KINDL – Zentrum für Zeitgenössische Kunst, Berlin 2017, Courtesy die Künstlerin, Foto. Jens Ziehe

Das KINDL – Zentrum für zeitgenössische Kunst lädt in jedem Jahr eine Künstlerin oder einen Künstler ein, das imposante, zwanzig Meter hohe Kesselhaus mit einer einzigen Arbeit zu bespielen. In diesem Jahr realisiert die in Berlin und Seoul lebende Künstlerin Haegue Yang mit einer raumgreifenden Arbeit ihre erste institutionelle Präsentation in Berlin.

Als Bildhauerin ist Yang bekannt für ihre Materialvielfalt und abwechslungsreiche Arbeitsmethoden. Die von ihr verwendeten Materialien reichen von industriellen Serienprodukten bis hin zu organischen und immateriellen Stoffen wie Gerüchen oder Geräuschen. Ihre Arbeitsmethode ist sowohl konzeptuell als auch handwerklich arbeitsintensiv. Im KINDL setzt sie ihr am meisten bekanntes Material ein: handelsübliche Jalousien, die mittlerweile als ihre Handschrift gelten.

Erinnerungen an die aggressive industrielle Entwicklung in der Republik Korea in den 1970er und 80er Jahren beeinflussen ihr Werk bis heute, was sich auch in ihrer Arbeit Approaching: Choreography Engineered in Never-Past Tense, die sie 2012 bei der dOCUMENTA (13) in Kassel zeigte, beobachten lässt. Während für viele westliche Länder die industrielle Revolution eine zwar prägende, aber längst vergangene Erfahrung des 18. und 19. Jahrhunderts darstellt, verläuft sie heute in anderen Teilen der Welt parallel zur rasanten digitalen Entwicklung. Der kollektiv erfahrene Wandel aller Lebensbereiche, den diese grundlegenden Veränderungen mit sich bringen, ist für Haegue Yang einer der Ausgangspunkte ihrer Arbeit. 
Das Kesselhaus des KINDL versteht die Künstlerin als typisch postindustriellen Ort, der nur noch ein Relikt seiner ursprünglichen industriellen Ära ist und nun kulturell umgenutzt wird. Yang hat bereits in verschiedenen solcher Räumlichkeiten, die für die Metropolen unserer Zeit typisch sind, ausgestellt – wie zum Beispiel einem ehemaligen Güterbahnhof in Kassel oder in „The Tanks“ in der Tate Modern in London.
 


 

KINDL – Zentrum für zeitgenössische Kunst
Am Sudhaus 3, 12053 Berlin